Was kostet eine Shopware 5 auf 6 Migration wirklich?
Die ehrliche Kurzantwort lautet: Es kommt darauf an — und wer sie ohne diesen Zusatz beantwortet, rät. Der Preis einer Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 lässt sich nicht aus einer Tabelle ablesen, weil er von vier konkreten Faktoren abhängt, die von Shop zu Shop stark schwanken. Dieser Artikel erklärt, welche das sind, wo Migrationen typischerweise teurer werden als geplant und wie ein seriöser Weg zu einem belastbaren Festpreis aussieht.
1. Warum es keinen Pauschalpreis gibt
Zwei Shops mit derselben Artikelzahl können sich im Migrationsaufwand um ein Vielfaches unterscheiden. Der eine ist ein weitgehend standardnaher Shop mit einer Handvoll Store-Plugins, der andere ein über Jahre gewachsener B2B-Shop mit eigener Preislogik, ERP-Anbindung und zwei Dutzend Eigenentwicklungen. Beide „migrieren von SW5 auf SW6" — aber es sind völlig verschiedene Projekte. Ein Pauschalpreis würde den einfachen Fall unnötig verteuern und den komplexen dramatisch unterschätzen. Deshalb ist die einzig seriöse Reihenfolge: erst verstehen, was zu tun ist, dann den Preis nennen.
2. Die vier Faktoren, die den Preis bestimmen
Den größten Kostenblock bilden fast immer die Custom-Plugins des Alt-Shops. Jedes SW5-Plugin muss geprüft und dann entweder für Shopware 6 neu gebaut oder durch ein passendes Store-Plugin ersetzt werden — SW5-Code läuft in SW6 nicht weiter. Zweiter Faktor sind die Custom-Templates: SW5 (Smarty) und SW6 (Twig) sind technisch grundverschieden, ein 1:1-Übertrag existiert nicht. Ein bestehendes Design zu erhalten heißt, es neu umzusetzen. Drittens die Datenmenge und -qualität — Artikel, Kunden, Bestellungen, Kategorien, Medien und SEO-URLs müssen mit; bis zu einer gewissen Größe reicht Standard-Tooling, darüber und bei unsauberen Daten (Duplikate, verwaiste Medien) wächst der Aufwand überproportional. Und viertens die Integrationen: Jede Anbindung an ERP, PIM oder Marketing-Tools muss neu geschrieben werden.
3. Wo Migrationen teurer werden als gedacht
Ein paar Stellen unterschätzt fast jeder. Die B2B-Preislogik ist die häufigste: SW5-Kundengruppen-, Sonder- und Vertragspreise übertragen sich nicht sauber in das Regelsystem von Shopware 6 — das kostet regelmäßig mehr Zeit als eingeplant. Die Media-Migration klingt trivial, wird es aber durch falsche Referenzen und verwaiste Assets selten. SEO-URL-Redirects sind Fleißarbeit, aber Pflicht: Wer alte URLs nicht sauber auf die neuen routet, verliert Google-Rankings. Nischen-Plugins ohne SW6-Nachfolger müssen komplett neu gebaut werden — das fällt oft erst in der Analyse auf. Und alte Shops schleppen häufig Jahre an Datenmüll mit, dessen 1:1-Übernahme teuren Custom-Code erzwingt.
4. Wie ein seriöser Migrations-Prozess aussieht
Der Weg zu einem verlässlichen Preis beginnt mit einer Migrations-Analyse von ein bis zwei Tagen: eine Bestandsaufnahme aller Custom-Plugins, Templates, Integrationen und der Datenqualität, am Ende ein schriftlicher Report mit Migrationsplan und Risiko-Liste. Auf dieser Basis — und erst dann — steht ein Festpreis-Angebot, kein Blindflug. Die eigentliche Migration läuft anschließend in Phasen: Datenmigration, Plugin-Rebuild, Template-Umsetzung, Integrationen, Testing, Go-Live-Sprint. Wichtig ist ein Puffer nach dem Launch für Bugs und Nutzer-Feedback. Wer alles auf einmal und ohne Reserve live schaltet, bezahlt das mit Nachtschichten statt mit Geld — und das ist am Ende teurer.
5. Was du selbst tun kannst, um Kosten zu senken
Ein guter Teil der Migrationskosten entsteht durch Dinge, die du vor Projektbeginn selbst beeinflussen kannst. Räum den Datenbestand auf, bevor migriert wird: alte Kategorien löschen, Duplikate zusammenführen, verwaiste Medien entfernen — ein, zwei Tage Content-Arbeit sparen oft mehr Entwicklungszeit ein, als sie kosten. Priorisiere ehrlich, welche Alt-Features wirklich mit müssen; nicht jedes Requirement von 2018 wird heute noch genutzt. Lass veraltete Templates lieber neu bauen, statt sie aufwendig nachzubilden — moderne Umsetzung ist häufig günstiger als originalgetreuer Nachbau. Und setze auf Store-Plugins, wo Standardfunktionalität reicht: Ein fertiges Plugin ist immer billiger als Tage an Custom-Entwicklung.
6. Fazit: Erst die Analyse, dann der Preis
„Was kostet eine Migration?" ist die falsche erste Frage. Die richtige ist: „Was genau muss migriert werden — und wo steckt das Risiko?" Sobald das geklärt ist, wird aus einer vagen Hausnummer ein belastbarer Festpreis, mit dem beide Seiten planen können. Vergleiche deshalb nicht Pauschalangebote gegeneinander, sondern schau, was jeweils enthalten ist. Ein höheres Angebot mit sauberer Media-Migration und durchdachtem Preislogik-Handling ist mehr wert als ein günstigeres, das diese Punkte als „Zusatzaufwand nach Bedarf" versteckt. Die ein bis zwei Tage Analyse-Aufwand am Anfang sind die günstigste Investition im ganzen Projekt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Shopware-5-auf-6-Migration?
Eine pauschale Zahl wäre unseriös. Der Aufwand hängt von vier Faktoren ab: der Anzahl der Custom-Plugins im Alt-Shop, dem Umfang der Custom-Templates, der Datenmenge und -qualität sowie den anzubindenden Integrationen (ERP, PIM, Marketing). Ein belastbarer Preis entsteht erst nach einer Migrations-Analyse von ein bis zwei Tagen, die genau diese Punkte bewertet — daraus wird dann ein Festpreis-Angebot ohne Überraschungen.
Warum kein Festpreis ohne vorherige Analyse?
Wer ohne Bestandsaufnahme einen Festpreis nennt, rät — und puffert das Risiko entweder über einen überhöhten Preis ab oder versteckt es in Zusatzaufwänden, die später auf der Rechnung auftauchen. Die Analyse deckt genau die Stellen auf, die den Aufwand nach oben treiben (Custom-Preislogik, Media-Referenzen, Plugins ohne SW6-Nachfolger), bevor ein Angebot steht.
Wie lange dauert eine Shopware-Migration?
Das hängt am selben Umfang wie der Preis. Eine überschaubare Migration eines Standard-Shops ist in wenigen Wochen machbar, ein custom-lastiger B2B-Shop mit ERP-Anbindung und vielen Eigenentwicklungen braucht deutlich länger, weil jedes Plugin neu gebaut oder ersetzt und jede Schnittstelle neu angebunden werden muss. Die Analyse liefert auch hier den realistischen Zeitrahmen.
Kann ich die Migrationskosten selbst senken?
Ja. Datenmüll vor der Migration aufräumen (alte Kategorien, Duplikate, verwaiste Medien), ehrlich priorisieren, welche Alt-Features wirklich mit müssen, veraltete Templates neu bauen statt aufwendig nachzubauen und Store-Plugins nutzen, wo Standard reicht. Jeder dieser Punkte reduziert den Entwicklungsaufwand direkt.
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