Migration Shopware 5 auf 6: Was sie 2026 wirklich kostet
Die meisten Antworten auf diese Frage lauten „das kommt darauf an“. Das stimmt — hilft aber niemandem, der gerade ein Budget planen muss. Deshalb hier zuerst die Zahlen, danach die Faktoren, die sie nach oben oder unten bewegen.
Die kurze Antwort
Eine Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein Update, sondern ein Re-Launch auf einer anderen Architektur. Der Preis ergibt sich aus Aufwand mal Stundensatz — und der Aufwand hängt fast vollständig davon ab, wie viel Individuelles in Ihrem Shop steckt.
| Ausgangslage | Dauer | Aufwand | Größenordnung |
|---|---|---|---|
| Standard-ShopStandard-Theme oder leichte Anpassung, nur Store-Plugins, überschaubarer Katalog | 4–8 Wochen | 15–30 PT | 15.000–30.000 € |
| MittelstandAngepasstes Theme, 5–15 Plugins, größere Datenmenge, einzelne Schnittstellen | 2–4 Monate | 40–90 PT | 40.000–90.000 € |
| Komplex / B2BEigenentwickelte Plugins, ERP- oder PIM-Anbindung, individuelle Preis- und Rechtelogik | 4–8 Monate | 90–200 PT | 90.000–200.000 € |
PT = Personentage. Alle Angaben netto. Grundlage sind marktübliche Sätze: Agenturen rechnen in DACH aktuell mit 110–180 € pro Stunde, Freelancer mit 70–120 €. Dieselbe Migration liegt bei einem Freelancer damit rund 30–40 % niedriger als bei einer Agentur — bei identischem Umfang. Die Spannen oben sind bewusst breit, weil ein Shop mit drei Eigenentwicklungen mehr kostet als einer mit 200.000 Artikeln.
Die vier Kostentreiber
Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Artikel mitnehmen: Nicht die Größe Ihres Shops bestimmt den Preis, sondern seine Eigenheiten. Vier Punkte entscheiden.
1. Eigenentwickelte Plugins. Der mit Abstand größte Posten. Jedes selbst entwickelte SW5-Plugin muss für Shopware 6 neu gebaut werden — die Architektur teilt sich keine Zeile Code. Drei bis vier eigene Plugins heben ein sonst überschaubares Projekt schnell um 20.000 € und mehr an.
2. Custom-Templates. Ein individuell gebautes SW5-Theme lässt sich nicht übertragen. Die ehrliche Frage lautet, ob das alte Design 1:1 nachgebaut werden muss oder ob ein sauberer Neubau auf Shopware-6-Standard günstiger und besser ist. In den meisten Fällen ist er beides.
3. Datenmenge und -qualität. Die Menge ist selten das Problem, die Qualität schon. Dubletten, verwaiste Kategorien, inkonsistente Attribute und tote Medienreferenzen erzeugen eine lange Kette an Folgefehlern. Reine Datenmigration liegt je nach Zustand bei 3–15 Personentagen.
4. Schnittstellen. ERP, PIM, Warenwirtschaft, Marketing-Automation, Zahlungsdienstleister. Jede Anbindung muss neu gebaut und getestet werden. Bei tiefer ERP-Integration ist das der Posten, der ein Projekt von zwei Monaten auf sechs streckt.
Wo Migrationen teurer werden als geplant
Drei Posten tauchen in fast jedem Angebot zu niedrig auf, weil sie vor der Analyse nicht sichtbar sind.
Plugins ohne Nachfolger. Für 20 bis 40 Prozent der aktiven SW5-Plugins gibt es keine direkte Shopware-6-Entsprechung. Wer das erst im Projekt merkt, steht plötzlich ohne eine Funktion da, die im Tagesgeschäft gebraucht wird — und muss sie zum ungünstigsten Zeitpunkt nachbauen lassen.
Der SEO-Einbruch. Der teuerste Fehler überhaupt, weil er erst nach dem Go-Live sichtbar wird und dann Umsatz kostet. Shopware 5 bildet Produkt-URLs über die Artikel-ID ab, Shopware 6 über die Artikelnummer — die Strukturen sind strukturell unvereinbar. Ohne vollständiges URL-Mapping und 301-Weiterleitungen laufen sämtliche bestehenden Rankings ins Leere. Bei einem gewachsenen Shop sind das schnell mehrere tausend URLs, inklusive Hersteller- und Kategorieseiten, für die es im neuen Shop teils gar kein Ziel mehr gibt.
Der Modellwechsel bei Plugin-Lizenzen. SW5-Plugins waren oft Einmalkäufe, SW6-Plugins sind in der Regel Abonnements. Aus einer einmaligen Anschaffung werden laufende Kosten, die in der Projektkalkulation gern fehlen. Rechnen Sie das für Ihre Plugin-Liste einmal auf zwölf Monate hoch, bevor Sie das Budget festzurren — bei einem Warenwirtschafts- oder Kassensystem können daraus vierstellige Jahresbeträge werden.
So senken Sie die Kosten
Ein erheblicher Teil des Aufwands ist verhandelbar — allerdings vor Projektstart, nicht mittendrin.
Daten vorher aufräumen. Der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ersparnis, und Sie können ihn selbst bedienen. Alte Kategorien, Dubletten, nicht mehr geführte Artikel und verwaiste Medien raus, bevor migriert wird.
Ehrlich priorisieren. Gehen Sie Ihre Sonderfunktionen durch und fragen Sie bei jeder: Wird sie tatsächlich genutzt? Über Jahre sammeln Shops Funktionen an, die einmal wichtig waren. Jede, die nicht mitwandert, spart direkt Entwicklungszeit.
Standard nutzen, wo Standard reicht. Shopware 6 bringt heute vieles mit, wofür in Shopware 5 ein Plugin nötig war. Und für die meisten übrigen Fälle gibt es ein fertiges Store-Plugin, das ein Bruchteil einer Eigenentwicklung kostet.
Nicht unter Zeitdruck starten. Eine Migration kurz vor dem Weihnachtsgeschäft oder einer Kampagne wird teurer, weil die Testphase gekürzt wird — und die Fehler, die dabei durchrutschen, kosten anschließend mehr als die eingesparte Zeit wert war.
Die Plugin-Inventur: der erste konkrete Schritt
Bevor irgendjemand über Preise spricht, brauchen Sie eine Liste. Gehen Sie im Shopware-5-Admin unter Einstellungen → Plugin Manager alle aktiven Plugins durch und notieren Sie jeweils den Anbieter.
Für jedes Plugin drei Fragen: Erstens — brauche ich diese Funktion in Shopware 6 überhaupt noch? Viele Plugins wurden installiert, weil Shopware 5 etwas nicht konnte, was Shopware 6 heute mitbringt. Zweitens — gibt es ein offizielles Nachfolger-Plugin? Die meisten aktiven Anbieter haben ihre SW5-Plugins überführt und kennzeichnen das im Store mit „Nachfolger verfügbar“. Drittens — falls nicht: Gibt es ein alternatives Plugin, das denselben Zweck erfüllt?
In meiner Erfahrung fällt bei einer ehrlichen Inventur etwa ein Drittel der Plugins weg. Was übrig bleibt, ist die eigentliche Kostenbasis — und die können Sie mit dieser Liste in der Hand von jedem Anbieter belastbar bewerten lassen.
Zeitplan und Vorgehen
Eine realistische Migration dauert für einen mittelgroßen Shop ohne Eigenentwicklungen 4 bis 8 Wochen. Mit Custom-Themes, eigenen Plugins oder ERP-Integration sind 3 bis 6 Monate realistisch.
Das bewährte Vorgehen: Zuerst ein paralleles Shopware-6-System aufsetzen und befüllen, während der SW5-Shop weiterläuft. Dann Plugins installieren und konfigurieren, anschließend Produkte, Kunden und Bestellungen mit dem offiziellen Shopware Migration Assistant übertragen. Erst wenn das neue System vollständig getestet ist — inklusive Zahlungsarten, Versandoptionen, SEO-URLs und Drittsystemen — erfolgt der Cut-over mit einem kurzen Wartungsfenster.
Eine Voraussetzung wird oft übersehen: Der Migrations-Assistent setzt mindestens Shopware 5.4.0 voraus. Ältere Shops müssen vorher innerhalb der 5er-Linie aktualisiert werden, was je nach Ausgangsversion selbst schon Aufwand bedeutet.
Warum das Thema keinen Aufschub mehr verträgt
Der Support für Shopware 5 ist Ende Juli 2026 ausgelaufen. Das bedeutet: keine Sicherheitspatches, keine Bugfixes, keine Kompatibilitätsupdates für neue PHP-Versionen. Wer heute noch Shopware 5 betreibt, läuft auf einer Plattform, deren Angriffsfläche mit jedem Monat wächst.
Das ist kein theoretisches Risiko. Bekannte Schwachstellen älterer Versionen sind dokumentiert, und Bots scannen aktiv danach. Für Shops, die Kundendaten und Zahlungsinformationen verarbeiten, kommt zum Sicherheits- ein Compliance-Problem dazu — verschärft dadurch, dass auch die PHP-Versionen, auf denen Shopware 5 stabil läuft, selbst aus dem Support gelaufen sind.
Der praktische Punkt für Ihre Planung: Wer jetzt migriert, hat die Wahl über Zeitpunkt, Umfang und Anbieter. Wer wartet, migriert irgendwann als Reaktion auf einen Vorfall — und das ist die mit Abstand teuerste Variante.
Mein Vorgehen: erst Klarheit, dann Festpreis
Ich nenne keinen Projektpreis, bevor ich den Shop gesehen habe — aus dem Grund, der oben schon steht: Er wäre geraten. Stattdessen gibt es drei Stufen, von denen Sie jede einzeln buchen und nach jeder aussteigen können.
ca. 1 Tag
Plugin-Inventur mit SW6-Verfügbarkeit je Position, Datenmengen- und Qualitätscheck, Theme-Einschätzung, Ampelbewertung der Risiken. Sie wissen danach, in welcher der drei Kategorien oben Ihr Shop liegt.
3–5 Tage
Alles aus dem Audit, plus vollständiges URL-Mapping für die 301-Strategie, Ersatz- oder Neubau-Entscheidung je Plugin, Schnittstellen-Konzept, Zeitplan und belastbare Festpreis-Grundlage für die Umsetzung.
projektabhängig
Umsetzung nach Festpreis auf Basis des Plans — komplett oder als Verstärkung für Ihre bestehende Agentur bzw. Ihr internes Team. Beide Vorstufen werden bei Beauftragung angerechnet.
Alle Preise netto. Audit und Plan werden bei einer anschließenden Beauftragung vollständig angerechnet — Sie zahlen die Analyse also nur, wenn Sie sich danach gegen die Umsetzung mit mir entscheiden. Das Ergebnis gehört Ihnen in jedem Fall und ist so aufgebaut, dass jede andere Agentur damit weiterarbeiten kann.
Häufige Fragen
Was kostet die Migration von Shopware 5 auf 6?
Für einen Standard-Shop ohne Eigenentwicklungen liegt der Aufwand bei rund 15 bis 30 Personentagen, was bei Freelancer-Sätzen etwa 15.000 bis 30.000 Euro entspricht. Ein mittelständischer Shop mit angepasstem Theme, 5 bis 15 Plugins und größerer Datenmenge liegt bei 40.000 bis 120.000 Euro, je nachdem ob eine Agentur (110 bis 180 Euro pro Stunde) oder ein Freelancer (70 bis 120 Euro pro Stunde) umsetzt. Projekte mit ERP-Anbindung, B2B-Logik und mehreren Eigenentwicklungen liegen darüber. Den größten Unterschied machen Custom-Plugins und Schnittstellen, nicht die Produktanzahl.
Wie lange dauert eine Shopware-5-auf-6-Migration?
Ein mittelgroßer Shop ohne nennenswerte Eigenentwicklungen ist in 4 bis 8 Wochen migriert. Sobald individuelle Themes, eigene Plugins oder eine ERP-Integration im Spiel sind, sind 3 bis 6 Monate realistisch. Wichtig: Der offizielle Migrations-Assistent setzt mindestens Shopware 5.4.0 voraus — ältere Shops müssen vorher aktualisiert werden.
Warum nennt kaum jemand einen Festpreis ohne Analyse?
Weil er ohne Bestandsaufnahme geraten wäre. Wer trotzdem eine Zahl nennt, puffert das Risiko entweder über einen überhöhten Preis ab oder es taucht später als Nachtrag auf der Rechnung auf. Eine Analyse von ein bis zwei Tagen deckt genau die Punkte auf, die den Aufwand nach oben treiben — Plugins ohne SW6-Nachfolger, Custom-Preislogik, Datenqualität, Schnittstellen. Erst danach ist ein Festpreis seriös.
Kann ich die Migrationskosten selbst senken?
Ja, deutlich. Daten vor der Migration aufräumen (Dubletten, verwaiste Kategorien und Medien, inkonsistente Attribute), ehrlich priorisieren welche Alt-Features wirklich mitmüssen, das Theme auf Shopware-6-Standard neu bauen statt es aufwendig nachzubauen, und Store-Plugins nutzen wo Standard reicht. Jeder dieser Punkte senkt den Entwicklungsaufwand direkt — Datenbereinigung und Feature-Verzicht sind dabei die größten Hebel.
Wie viele meiner Shopware-5-Plugins laufen in Shopware 6 weiter?
Keines ohne Überarbeitung — Shopware 6 ist eine andere Architektur, kein Update. In der Praxis gibt es für die meisten Standardfunktionen einen SW6-Nachfolger oder ein gleichwertiges Store-Plugin. Erfahrungswerte aus der Branche liegen bei 20 bis 40 Prozent der aktiven SW5-Plugins, für die es keine direkte Entsprechung gibt. Bei einer ehrlichen Inventur fällt zusätzlich rund ein Drittel ohnehin weg, weil die Funktion in Shopware 6 eingebaut ist oder nie genutzt wurde.
Verliere ich bei der Migration meine Google-Rankings?
Nur bei schlechter Vorbereitung — dann aber drastisch. Die Ursache ist fast immer dieselbe: URL-Strukturen werden nicht per 301 weitergeleitet, Meta-Daten gehen verloren oder die Ladezeit verschlechtert sich. Shopware 5 und 6 bilden Produkt-URLs unterschiedlich ab, ein vollständiges URL-Mapping ist deshalb Pflichtbestandteil und kein Extra. Sauber gemacht ist die Migration eher eine Chance, Sichtbarkeit und Performance zu verbessern.
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