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KI im E-CommerceStand: 27. Oktober 2026

Shopware MCP-Server einrichten: Claude Code mit deinem Shop verbinden

Seit Shopware 6.7 steckt ein MCP-Server im Core. Damit kann ein KI-Assistent wie Claude Code nicht nur über deinen Shop reden, sondern direkt in ihm arbeiten: Einstellungen lesen, Verkaufskanäle anpassen, Produktdaten ändern. Diese Anleitung zeigt, wie du den Shopware MCP-Server einrichtest, worauf du bei den Rechten achten musst und wie ich ihn selbst einsetze. Einen Überblick über alle Wege zu KI in Shopware gibt mein Leitfaden zu Shopware KI.

In fünf Schritten

  1. Shopware-Version prüfen (ab 6.7.14.0 ohne Zusatzschritt)
  2. Integration mit Access Key und Secret anlegen
  3. Claude Code mit /api/_mcp verbinden
  4. Verbindung und Toolsets prüfen
  5. Jede Änderung erst als Vorschau ansehen, dann ausführen

1. Was der Shopware MCP-Server ist

MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard, über den KI-Assistenten mit anderen Systemen arbeiten. Statt Daten in ein Chatfenster zu kopieren, ruft der Assistent ein Werkzeug auf, zum Beispiel eine Produktsuche, und bekommt strukturierte Ergebnisse zurück.

Shopware liefert dafür laut Entwicklerdokumentation (abgerufen am 27.10.2026) einen eigenen Server im Core mit. Er hat zwei Endpunkte: /api/_mcp für die Admin-API, um den es in dieser Anleitung geht, und /store-api/_mcp für den Verkaufskanal. Der Shopware Copilot in der Administration nutzt denselben Server im Hintergrund.

Wichtig für die Einordnung: Shopware bezeichnet den MCP-Server bis Version 6.8 als experimentell. Werkzeugnamen und Schnittstellen können sich bis dahin noch ändern. Für die tägliche Arbeit ist er trotzdem gut nutzbar, du solltest nach einem Shopware-Update nur kurz prüfen, ob deine gewohnten Abläufe noch passen.

2. Voraussetzungen: welche Shopware-Version du brauchst

Der MCP-Server ist in mehreren Schritten gewachsen. Welche Version was kann, steht in der Konfigurationsdoku und in den Release-Notes:

VersionStand des MCP-Servers
6.7.11.0 bis 6.7.13.xMCP-Server vorhanden, aber hinter dem Feature-Flag. Aktivieren mit MCP_SERVER=1 in der .env. Alle erlaubten Tools werden sofort angezeigt.
6.7.14.0Flag entfällt, der Server ist immer aktiv. Neu: schrittweise Tool-Suche, zu Beginn sind nur drei Such-Tools sichtbar.
6.7.15.0Toolsets lassen sich direkt in der Verbindungs-URL wählen (?toolsets=…). Abgelaufene Tokens liefern sauber HTTP 401.
6.7.15.1Aktuelles Release vom 07.10.2026, Grundlage dieser Anleitung.

Außerdem muss das Paket symfony/mcp-bundle installiert sein. Bei einer normalen Installation ist es als Abhängigkeit dabei, prüfen kannst du es mit:

composer show symfony/mcp-bundle

Fehlt es, muss es in der composer.json stehen, danach composer install ausführen. Und noch eine praktische Voraussetzung: Claude Code muss den Shop über HTTP oder HTTPS erreichen. Für ein Staging hinter einem Passwortschutz oder einer IP-Sperre brauchst du also eine Freigabe für deinen Rechner.

3. Schritt 1: Integration anlegen

Claude Code meldet sich über eine Integration an, genau wie ein ERP oder ein anderes angebundenes System. Laut Einstiegsanleitung von Shopware legst du sie auf der Kommandozeile an:

bin/console integration:create "Claude Code" --admin

Der Befehl gibt einen Access Key (beginnt mit SWIA) und ein Secret aus. Beides brauchst du gleich für Claude Code, und beides gehört nicht in ein Git-Repository, eine E-Mail oder ein Ticket.

Die Option --admin gibt der Integration vollen Zugriff auf die Admin-API. Ich arbeite so, weil ich bei Grundkonfiguration und Verkaufskanälen ohnehin an vielen Stellen gleichzeitig ändere und meine Absicherung über Staging, Vorschau und Backup läuft (mehr dazu unten). Shopware selbst empfiehlt für den Produktivbetrieb etwas anderes, und für Teams oder Händler ohne Entwickler im Rücken ist das auch der bessere Weg:

  • Integration ohne --admin anlegen.
  • Unter Einstellungen bei den Benutzern und Rechten eine eigene Rolle mit nur den nötigen Rechten anlegen und der Integration zuweisen.
  • In den Einstellungen unter Integrationen über das Kontextmenü die MCP-Allowlist der Integration bearbeiten und nur die benötigten Werkzeuge freigeben.

Die Rollen-Seite in der Administration zeigt dabei an, welche Rechte den freigegebenen Werkzeugen noch fehlen. Wichtig: --admin hebt nur die Rechteprüfung der Rolle auf. Die MCP-Allowlist der Integration gilt trotzdem.

4. Schritt 2: Claude Code verbinden

Am schnellsten geht es mit einem Befehl im Terminal, ausgeführt im Projektordner, in dem du mit Claude Code arbeitest:

claude mcp add --transport http shopware \
  "https://staging.dein-shop.de/api/_mcp?toolsets=entity,system-config" \
  --header "sw-access-key: SWIA..." \
  --header "sw-secret-access-key: ..."

Ohne weitere Angabe speichert Claude Code den Server laut Claude-Code-Dokumentation im sogenannten Local Scope: in der Datei ~/.claude.json in deinem Benutzerordner, nur für dieses Projekt und nur für dich. Die Zugangsdaten landen damit nicht im Repository. Das ist für Shop-Zugänge die richtige Wahl.

Der Zusatz ?toolsets=entity,system-config in der URL funktioniert ab Shopware 6.7.15.0. Er sorgt dafür, dass die Werkzeuge für Entitäten und Systemeinstellungen von Anfang an bereitstehen. Ohne ihn sucht Claude die passenden Werkzeuge erst im Gespräch selbst heraus, das klappt in Claude Code auch, kostet aber jedes Mal ein paar Schritte. Shopware rät, nur die Toolsets zu nennen, die du wirklich brauchst, statt toolsets=all, weil jedes angezeigte Werkzeug Platz im Kontext der KI belegt.

Soll die Konfiguration im Team geteilt werden, gehört sie in eine .mcp.json im Projekt. Dann aber die Zugangsdaten nicht direkt hineinschreiben, sondern über Umgebungsvariablen einsetzen:

{
  "mcpServers": {
    "shopware": {
      "type": "http",
      "url": "https://staging.dein-shop.de/api/_mcp?toolsets=entity,system-config",
      "headers": {
        "sw-access-key": "${SW_MCP_ACCESS_KEY}",
        "sw-secret-access-key": "${SW_MCP_SECRET_KEY}"
      }
    }
  }
}

Die Shopware-Doku weist ausdrücklich darauf hin: Dateien mit Zugangsdaten nie committen. Im Projekt-Template von Shopware steht die .mcp.json bereits in der .gitignore, in eigenen Repositories musst du das selbst prüfen.

5. Schritt 3: Verbindung und Werkzeuge prüfen

In Claude Code zeigt der Befehl /mcp alle Server mit Status und Anzahl der Werkzeuge, im Terminal geht es mit claude mcp get shopware. Die erste Verbindung kann ein paar Sekunden dauern, weil Shopware dabei seine Caches aufwärmt.

Auf dem Server selbst listet bin/console debug:mcp alle registrierten Werkzeuge auf, mit --integration=SWIA... auch aus Sicht einer bestimmten Integration. Was dort fehlt, fehlt auch an der Schnittstelle.

Nicht wundern: Ohne Toolsets in der URL sieht eine neue Sitzung ab 6.7.14.0 nur drei Werkzeuge, nämlich die Suche nach Werkzeugen, die Liste der Toolsets und das Aktivieren eines Toolsets. Das ist Absicht und kein Fehler. Diese Toolsets bringt der Core mit (laut Tools-Referenz):

ToolsetWas darin steckt
entitySchema lesen, suchen, einzeln lesen, auswerten, anlegen oder ändern, löschen. Gilt für alle Entitäten wie Produkte, Kategorien, Verkaufskanäle.
system-configSystemeinstellungen lesen und schreiben, auf Wunsch je Verkaufskanal.
orderStatus von Bestellung, Zahlung und Lieferung ändern.
mediaBild von einer öffentlichen URL hochladen, optional als Produktbild setzen.
themeTheme-Einstellungen eines Verkaufskanals lesen und ändern, etwa Farben und Logo.

Dazu kommen Nachschlage-Daten, die keinen Werkzeugaufruf brauchen, etwa alle Verkaufskanäle mit IDs und Domains, alle Währungen, Sprachen und die erlaubten Statuswechsel von Bestellungen.

6. Aus meiner Praxis: Grundkonfiguration und Verkaufskanäle

Ich nutze den MCP-Server mit Claude Code für Grundkonfiguration, Einstellungen, Verkaufskanäle, Datenabfragen und das Ändern von Produktdaten. Am meisten bringt er mir bei der Einrichtungsarbeit, die sonst aus vielen Klicks durch die Administration besteht.

Grundkonfiguration: Stammdaten, Sprachen, Währungen, Steuersätze und Listing-Einstellungen eines Shops. Statt jede Einstellungsseite einzeln zu öffnen, lasse ich Claude zuerst den Ist-Stand lesen und mir zeigen, was vom Standard abweicht. Erst dann wird geändert, und zwar in der Reihenfolge, die ich vorgebe.

Verkaufskanäle: Kanäle anlegen oder anpassen, Domains, Sprachen, Zahlungs- und Versandarten zuordnen. Gerade wenn mehrere Kanäle gleich aufgebaut sein sollen, ist ein Abgleich per KI schneller und gründlicher als der Vergleich von Hand.

So sehen Aufträge aus, die gut funktionieren (Beispiele, Platzhalter in eckigen Klammern):

Lies die Systemeinstellungen unter core.listing und zeig mir in einer
Tabelle, welche Werte vom Shopware-Standard abweichen. Ändere noch nichts.
Zeig mir alle Verkaufskanäle mit Domains, Sprachen, Zahlungs- und
Versandarten als Tabelle. Markiere, wo sich [KANAL A] und [KANAL B]
unterscheiden.
Ordne dem Verkaufskanal [NAME] die Zahlungsart [ZAHLUNGSART] zu.
Führ die Änderung zuerst als Vorschau (dryRun) aus und zeig mir das
Ergebnis. Ausführen erst nach meiner Freigabe.

Ein Hinweis zu den Systemeinstellungen: Dort können laut Shopware auch SMTP-Zugangsdaten und API-Schlüssel von Zahlungsanbietern stehen. Was Claude liest, geht an den KI-Anbieter. Frag deshalb gezielt nach einzelnen Bereichen wie core.listing statt nach allem auf einmal.

7. Vorschau statt Blindflug: wie der Dry-Run funktioniert

Die schreibenden Werkzeuge des Shopware MCP-Servers arbeiten laut Tools-Referenz standardmäßig im Vorschau-Modus (dryRun=true):

  • Shopware führt die Änderung in einer Datenbank-Transaktion aus und rollt sie danach zurück. Gespeichert wird nichts.
  • Aktionen aus dem Flow Builder werden dabei nicht ausgelöst, es gehen also zum Beispiel keine Flow-E-Mails raus.
  • Bei Systemeinstellungen zeigt die Vorschau den Wert vorher und nachher, beim Löschen, was alles mitgelöscht würde.
  • Erst ein Aufruf mit dryRun=false speichert die Änderung.
  • Ausnahme: Der Bild-Upload hat keine Vorschau und wird sofort ausgeführt.

Dazu kommt eine zweite Sicherung in Claude Code selbst: Im Standard-Berechtigungsmodus fragt Claude Code vor einem MCP-Werkzeug nach deiner Freigabe und zeigt die Parameter des Aufrufs, solange du das Werkzeug nicht dauerhaft erlaubt hast. Lesende Werkzeuge kannst du ruhig dauerhaft freigeben. Bei schreibenden würde ich das nicht tun, gerade die Freigabe ist der Moment, in dem du siehst, was wirklich passiert.

8. Meine drei Regeln vor jeder Änderung

Achtung: Der MCP-Server kann ändern und löschen

  • Erst im Staging: Jede Änderung an Einstellungen oder Verkaufskanälen probiere ich zuerst in einer Testumgebung aus. Erst wenn dort alles stimmt, mache ich dieselben Schritte im Live-Shop.
  • Änderungen prüfen: Vor dem Ausführen lese ich die Vorschau und die Parameter, die Claude übergeben will. Was ich nicht verstehe, wird nicht freigegeben.
  • Backup vorher: Direkt vor der Sitzung ziehe ich einen Datenbank-Dump. Ein Rollback per Dump ist im Ernstfall schneller als jede Fehlersuche.

Ein Datenbank-Dump mit MySQL sieht zum Beispiel so aus:

mysqldump --single-transaction -u [BENUTZER] -p [DATENBANK] > backup-vor-mcp.sql

Wer nicht wie ich mit vollen Admin-Rechten arbeitet, hat mit Rolle und MCP-Allowlist eine vierte Sicherung: Was die Integration nicht darf, kann auch die KI nicht.

9. Häufige Fehler beim Einrichten

Die häufigsten Meldungen und ihre Ursachen, zusammengefasst aus der Fehlerbehebung von Shopware:

MeldungUrsacheLösung
Authentication failedAccess Key oder Secret falschHeader sw-access-key und sw-secret-access-key prüfen. Der Access Key einer Integration beginnt mit SWIA.
Nur drei Tools sichtbarGewolltes Verhalten ab 6.7.14.0Claude sucht die Tools selbst, oder du gibst die Toolsets in der URL mit.
Tool "…" is not enabled in your MCP allowlistTool für die Integration nicht freigegebenIn der Administration die MCP-Allowlist der Integration anpassen.
Missing privilege: …:readDer Rolle der Integration fehlt ein RechtRecht in der Rolle ergänzen. Die Administration zeigt an, welche Rechte die erlaubten Tools brauchen.
ECONNREFUSED oder „fetch failed“Shop nicht erreichbar oder URL falschPrüfen, ob der Shop unter genau dieser Adresse im Browser lädt. Die URL muss auf /api/_mcp enden.
Aktivierte Toolsets sind beim nächsten Aufruf wegMehrere Server ohne gemeinsamen SitzungsspeicherSitzungsspeicher auf Redis umstellen, beschrieben in der Konfigurationsdoku von Shopware.

10. Häufige Fragen zum Shopware MCP-Server

Was ist der Shopware MCP-Server?

Eine Schnittstelle im Shopware-Core, über die KI-Assistenten wie Claude Code direkt mit deinem Shop arbeiten: Daten suchen und auswerten, Einstellungen lesen und ändern, Produkte anlegen oder anpassen. Er nutzt die Admin-API und hält sich an deren Rechte.

Ab welcher Shopware-Version gibt es den MCP-Server?

Eingeführt wurde er mit 6.7.11.0 hinter dem Feature-Flag MCP_SERVER. Ohne Flag läuft er ab 6.7.14.0, die Toolset-Auswahl in der URL gibt es ab 6.7.15.0. Für Shopware 6.6 und älter gibt es ihn nicht. Shopware stuft ihn bis Version 6.8 als experimentell ein.

Bekommt die KI über den MCP-Server auch Kundendaten zu sehen?

Ja, alles, was die Integration lesen darf, kann beim KI-Anbieter landen. Das gilt auch für Systemeinstellungen, in denen etwa SMTP-Zugangsdaten oder API-Schlüssel von Zahlungsanbietern stehen können. Wer das vermeiden will, schränkt die Rolle und die MCP-Allowlist der Integration ein.

Brauche ich dafür Claude Code?

Nein. Shopware beschreibt in der Doku auch die Einrichtung für Claude Desktop und weitere Clients, und der Copilot in der Administration nutzt denselben Server. Ich arbeite mit Claude Code, weil ich dort ohnehin an Shops und Plugins entwickle.

Der MCP-Server ist eine von drei Ebenen, auf denen KI in Shopware arbeitet. Wie er sich zum Copilot, zu KI-Plugins und zu eigenen Prompts verhält, steht im Überblick zu Shopware KI.

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