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SEO & Sichtbarkeit30. Oktober 2026

Shopware 6 SEO-Checkliste: Technik, Inhalte und Struktur

Shopware 6 bringt für SEO fast alles mit, was ein Shop braucht. Die Standardwerte passen aber nicht zu jedem Shop, und einige Einstellungen wirken erst, wenn du sie kennst. Diese Checkliste geht die Punkte für Shopware 6.7 durch: wo du sie in der Administration findest, was Shopware ohne dein Zutun macht und woran du siehst, ob alles stimmt.

Kurz gesagt

Nach dem Go-live zuerst die robots.txt prüfen, dann die Sitemap in der Search Console einreichen. SEO-URL-Templates vor dem Start festlegen, weil jede spätere Änderung alle URLs verschiebt. Meta-Titel selbst pflegen, sonst steht die Produktnummer im Titel. Bei Varianten eine gemeinsame Canonical-URL setzen.

1. Crawling und Indexierung

Bevor Inhalte zählen, muss Google den Shop crawlen dürfen und alle wichtigen Seiten finden. Hier liegen die Fehler, die am meisten kosten, weil sie den ganzen Shop betreffen.

  • robots.txt nach dem Go-live prüfen

    Aufruf von /robots.txt im Browser, Regeln unter Einstellungen → Allgemein → Stammdaten

    Wurde der Shop mit bin/console system:setup:staging als Testsystem aufgesetzt, gibt Shopware in der robots.txt nur Disallow: / aus. Wird diese Datenbank später zum Live-Shop, sperrt sie die ganze Seite für Suchmaschinen. Diesen Punkt prüfe ich nach jedem Go-live als Erstes.

  • Parameter-URLs bewusst gesperrt lassen

    Standardregeln der robots.txt

    Shopware sperrt mit Disallow: /*? alle URLs mit Parametern, also Filter, Sortierungen und Seite 2, 3 … einer Kategorie (?p=2). Für Filter empfiehlt Google genau das. Die Folge für die Seitennavigation: Produkte, die nur auf hinteren Kategorieseiten verlinkt sind, findet Google über die Sitemap. Deshalb ist der nächste Punkt so wichtig.

  • Sitemap prüfen und einreichen

    Einstellungen → Inhalte → Sitemap, Aufruf von /sitemap.xml

    Die Sitemap enthält aktive, lieferbare Produkte und aktive Kategorien. Bei Produkten mit Varianten stehen die Varianten darin, nicht das Hauptprodukt. Mit „Versteckte Produkte von der Sitemap ausschließen“ fallen Produkte heraus, die nur über einen Link erreichbar sind. Die robots.txt verweist für jede Domain auf /sitemap.xml. In der Search Console reichst du sie einmal ein und prüfst dort, ob die Zahl der gefundenen URLs zu deinem Katalog passt.

  • Robots-Meta-Tag nicht global ändern

    Einstellungen → Allgemein → Stammdaten → Robots Meta Tag

    Seit 6.7.2.0 lässt sich der Standardwert setzen, voreingestellt ist index,follow. Suchergebnisse und Seiten wie der Warenkorb setzen von sich aus noindex,follow. Ein noindex an dieser Stelle gilt für den ganzen Verkaufskanal.

  • hreflang bei mehreren Sprachen

    Verkaufskanal → Hreflang aktivieren, Standard-Domain für Hreflang

    Nur nötig, wenn ein Verkaufskanal mehrere Sprachen oder Länder bedient. Die Standard-Domain ist die Rückfallebene für alle anderen Sprachen.

2. URLs und Canonicals

Shopware erzeugt für jedes Produkt, jede Kategorie und jede Landingpage eine SEO-URL. Wie sie aussieht und welche Adresse als Original gilt, legst du an wenigen Stellen fest.

  • SEO-URL-Templates vor dem Start festlegen

    Einstellungen → Inhalte → SEO → SEO-URL-Templates, pro Verkaufskanal

    Standard für Produkte ist {{ product.translated.name }}/{{ product.productNumber }}, die Produktnummer steht also in jeder Produkt-URL. Kategorien folgen dem Kategoriebaum. Ich passe die Templates in jedem Projekt vor dem Go-live an, weil jede spätere Änderung alle URLs verschiebt. Achtung: Verweist eine Variable auf ein leeres Feld, legt Shopware für dieses Produkt keine SEO-URL an.

  • Weiterleitung bei geänderten URLs

    Einstellungen → Inhalte → SEO

    Die Option „Statt canonical URLs zu verwenden, per HTTP 301 auf die aktuellste URL umleiten“ ist bei neuen Installationen an, bei älteren Shops mit SEO-URLs von vor 2020 aus. Für URLs, die Shopware nicht kennt, etwa nach einer Migration, brauchst du eigene Weiterleitungen. Wie das geht, steht im Artikel 301-Weiterleitungen in Shopware.

  • Eine Canonical-URL für Varianten

    Produkt → Tab SEO

    Ohne Einstellung hat jede Variante ihre eigene Canonical-URL und steht einzeln in der Sitemap. Bei Varianten, die sich nur in Größe oder Farbe unterscheiden, setze ich „Verwende dieselbe Canonical-URL für alle Varianten“ und wähle bei „Variante für Canonical-URL“ die Hauptvariante. Dann verweisen alle Varianten auf sie, und nur sie steht in der Sitemap.

  • Hauptkategorie für Produkte in mehreren Kategorien

    Produkt → Tab SEO → SEO-URLs → Hauptkategorie, pro Verkaufskanal

    Steht ein Produkt in mehreren Kategorien, legt die Hauptkategorie fest, welcher Pfad in den Brotkrumen erscheint. Im selben Bereich lässt sich der SEO-Pfad eines einzelnen Produkts von Hand überschreiben.

  • Canonicals von Kategorieseiten

    Quelltext einer Kategorieseite mit Filter

    Shopware setzt die Canonical-URL einer Kategorie auf ihre SEO-URL ohne Filter und Sortierung. Ab Seite 2 bekommt jede Seite ihre eigene Canonical-URL mit ?p=, so wie Google es für Paginierung empfiehlt. Hier musst du nichts tun, außer ein Theme oder Plugin überschreibt das.

3. Inhalte und Meta-Daten

Titel und Beschreibung entscheiden, ob jemand in den Suchergebnissen klickt. Shopware füllt beides automatisch, wenn du nichts einträgst, aber selten so, wie du es willst.

  • Meta-Titel und Meta-Beschreibung selbst pflegen

    Produkt → Tab SEO, Kategorie → Tab SEO

    Ohne eigenen Meta-Titel setzt Shopware bei Produkten „Name | Variante | Produktnummer“, als Beschreibung die ersten 255 Zeichen der Produktbeschreibung. Kategorien bekommen ihren Namen und ihre Beschreibung. Der Shopname wird nicht angehängt. Ich pflege Titel und Beschreibung in jedem Projekt selbst, zuerst für die Kategorien und Produkte, die in der Search Console die meisten Impressionen haben. Die Hilfetexte in der Administration empfehlen höchstens 56 und 155 Zeichen.

  • Startseite nicht vergessen

    Kategorien → Einstiegspunkt der Hauptnavigation → Startseite konfigurieren

    Meta-Titel und Meta-Beschreibung der Startseite stehen nicht im Tab SEO der Kategorie, sondern in diesem Dialog, getrennt pro Verkaufskanal.

  • Schlüsselwörter-Feld ignorieren

    Produkt und Kategorie → Tab SEO → Schlüsselwörter

    Das Feld landet im Meta-Tag keywords. Laut Google hat dieses Tag keinen Einfluss auf Indexierung und Ranking. Die Zeit steckst du besser in Titel und Beschreibung.

  • Produktdaten vollständig

    Produktdetail: Beschreibung, Bilder, Hersteller, Kategorie

    Eine Produktseite ohne Beschreibung oder mit nur einem Bild hat kaum eine Chance. Mein Plugin Quality Gate Pro prüft Produkte gegen solche Regeln, bevor sie live gehen. Fehlende Texte lassen sich mit KI vorbereiten.

  • Alt-Texte für Bilder

    Medien → Bild → Alt-Text

    In der Bildergalerie der Produktseite nimmt Shopware den Produktnamen, wenn kein Alt-Text gepflegt ist. Andere Bilder, etwa in Erlebniswelten, bekommen nur den Alt-Text aus der Medienverwaltung. Banner und Kategoriebilder sind deshalb die typische Lücke.

  • Eine H1 pro Seite

    Quelltext von Produkt- und Kategorieseite

    Auf der Produktseite ist der Produktname die H1. Bei Kategorien hängt es von der Erlebniswelt ab, welche Überschrift ausgegeben wird. Prüf, dass jede wichtige Kategorie genau eine H1 mit ihrem Namen hat.

  • Fragen auf der Seite beantworten

    Kategorie- und Produkttexte, FAQ-Bereich

    Texte, die echte Fragen der Kunden beantworten, helfen Besuchern und Suchmaschinen. Wie du dafür einen eigenen Bereich aufbaust, steht im Artikel FAQ-Seiten für SEO. Ich habe dafür den FAQ Manager entwickelt. Sonderdarstellungen in Google gibt es für FAQs aber nicht mehr, Details im Artikel FAQ Rich Snippets.

4. Struktur und Darstellung

Die letzten Punkte betreffen, wie Google und soziale Netzwerke deine Seiten darstellen und wie Besucher sich im Shop bewegen.

  • Strukturierte Daten testen

    Rich-Results-Test von Google mit einer Produkt-URL

    Shopware gibt Produktdaten standardmäßig als Microdata im HTML aus. In 6.7.15 gibt es das Feature-Flag JSON_LD_DATA, das stattdessen JSON-LD im Kopf der Seite ausgibt. Es ist standardmäßig aus. Für Google sind beide Formate gleichwertig, solange das Markup gültig ist. Wichtiger als das Format sind die Daten: Marke und GTIN übernimmt Shopware aus Hersteller und EAN. Sind die Felder leer, fehlen sie auch im Markup.

  • Open-Graph-Bild für Produkte

    Produkt → Tab SEO → Open Graph

    Für geteilte Links nutzt Shopware das Titelbild des Produkts, außer du hinterlegst ein eigenes. Auf allen anderen Seiten ist es das Logo aus dem Theme. Wer Kategorien oft teilt, sollte das wissen.

  • Kategoriebaum flach halten

    Kategorien

    Mit dem Standard-Template wird jede Ebene im Kategoriebaum Teil der URL. Ein tiefer Baum bedeutet lange URLs und mehr Klicks bis zum Produkt. Inaktive Kategorien und Strukturelemente nimmt Shopware nicht in die Sitemap auf.

  • Eine 404-Seite, die weiterhilft

    Einstellungen → Allgemein → Stammdaten → Shopseiten-Layout für 404-Seiten

    Eine eigene Erlebniswelt mit Suche und Links zu den wichtigsten Kategorien. Welche Adressen ins Leere laufen, zeigt dir der kostenlose Redirect & 404 Manager, ein Plugin von mir.

  • Ladezeit im Blick

    PageSpeed Insights, Search Console → Core Web Vitals

    Wie schnell deine Seiten bei echten Besuchern laden, zeigt der Bericht zu den Core Web Vitals. Was auf dem Server und im Frontend am meisten bringt, steht in der Performance-Checkliste und im Artikel zum Caching in Shopware 6.

Für Headless-Frontends gilt vieles davon nicht: Shopware erzeugt für API-Verkaufskanäle keine SEO-URLs, Meta-Tags und strukturierte Daten baust du im Frontend selbst. Wie das mit Next.js geht, steht im Artikel SEO im Headless-Shopware-Frontend.

5. Die Reihenfolge

  1. robots.txt und Robots Meta Tag prüfen. Ein Fehler hier macht alles andere wirkungslos.
  2. Sitemap kontrollieren und in der Search Console einreichen.
  3. SEO-URL-Templates und Varianten-Canonicals festlegen, bevor Google die URLs kennt.
  4. Meta-Titel und Beschreibungen für die Seiten mit den meisten Impressionen pflegen.
  5. Produktdaten, Alt-Texte und strukturierte Daten nach und nach vervollständigen.

Nach jeder größeren Änderung zeigt der Bericht „Seiten“ in der Search Console nach einigen Tagen, ob Google die neuen URLs aufnimmt. Wie SEO mit Performance und Checkout zusammenhängt, steht im Leitfaden Shopware 6 optimieren.

6. Häufige Fragen zu Shopware SEO

Ist Shopware 6 gut für SEO?

Ja. Shopware bringt SEO-URLs mit eigenen Templates, Canonicals für Kategorien und Varianten, eine Sitemap, eine pflegbare robots.txt, hreflang und strukturierte Daten mit. Die Standardwerte sind aber nicht für jeden Shop passend, vor allem das Produkt-URL-Template mit Produktnummer und der Meta-Titel-Fallback.

Wo stelle ich in Shopware 6 die SEO-URLs ein?

Unter Einstellungen → Inhalte → SEO in der Karte SEO-URL-Templates, getrennt nach Verkaufskanal. Nach einer Änderung baut bin/console dal:refresh:index die URLs neu auf. Einzelne Produkte lassen sich im Tab SEO des Produkts überschreiben.

Warum zeigt Google bei meinen Produkten die Produktnummer im Titel?

Weil kein Meta-Titel gepflegt ist. Dann setzt Shopware den Titel aus Produktname, gewählten Varianten-Optionen und Produktnummer zusammen. Mit einem eigenen Meta-Titel im Tab SEO des Produkts verschwindet die Nummer.

Warum findet Google meinen neuen Shop nicht?

Zuerst die robots.txt aufrufen. Steht dort nur Disallow: /, ist der Staging-Modus noch aktiv. Danach prüfen, ob die Sitemap in der Search Console eingereicht ist und ob der Robots Meta Tag in den Stammdaten auf index,follow steht.

Stand: Shopware 6.7.15. Grundlage sind der Quellcode der Storefront (Seiten-Loader, Templates, Sitemap und robots.txt), die Konfiguration der Administration sowie die Dokumentation von Google Search Central.

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