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SEO & Sichtbarkeit29. Oktober 2026

301-Weiterleitungen in Shopware 6 anlegen und 404-Fehler beheben

Ein Produkt bekommt einen neuen Namen, eine Kategorie wird umgebaut, ein alter Shop zieht um. Jedes Mal ändern sich URLs, und jede alte URL, die ins Leere läuft, kostet Besucher und Rankings. Shopware 6 nimmt dir einen Teil davon ab, aber nicht alles. Dieser Artikel zeigt, was Shopware selbst weiterleitet, welche drei Wege es für eigene Weiterleitungen gibt und wie du 404-Fehler findest und behebst.

Kurz gesagt

Prüf unter Einstellungen → Inhalte → SEO, ob Shopware alte URLs per 301 auf die neue umleitet. Für URLs, die Shopware nicht kennt, brauchst du eigene Weiterleitungen: einzeln im Admin per Plugin, viele oder musterbasierte im Webserver. 404-Fehler findest du in der Search Console und entscheidest pro URL, wohin sie zeigen soll.

1. Was Shopware selbst weiterleitet

Shopware erzeugt für Produkte, Kategorien und Landingpages SEO-URLs nach den Mustern unter Einstellungen → Inhalte → SEO. Ändert sich der Name eines Produkts, das Muster oder der SEO-Pfad von Hand, legt Shopware eine neue URL an und behält die alte. Was mit der alten passiert, entscheidet eine einzige Einstellung auf derselben Seite:

„Statt canonical URLs zu verwenden, per HTTP 301 auf die aktuellste URL umleiten“

  • Aktiv: Wer die alte URL aufruft, wird per 301 auf die aktuelle URL weitergeleitet. Parameter aus der alten URL, etwa für Tracking, hängt Shopware an das Ziel an.
  • Inaktiv: Die alte URL zeigt weiter den Inhalt und verweist per Canonical-Tag auf die neue. Für Besucher funktioniert das, für Google gibt es dann zwei URLs mit demselben Inhalt.

Ob die Einstellung aktiv ist, hängt laut Shopware-Quellcode vom Alter des Shops ab. Bei neuen Installationen ist sie an. Bei Shops, die vor Einführung der Option im Jahr 2020 schon SEO-URLs hatten, steht sie auf aus. Ein kurzer Blick in die Einstellungen lohnt sich deshalb gerade bei älteren Shops.

Was Shopware nicht weiterleitet

Alles, was Shopware nie als SEO-URL kannte: Pfade aus einem alten Shop-System, gelöschte Produkte und Kategorien, ehemalige Shopseiten, alte Kampagnen-URLs. Solche Aufrufe enden in einer 404-Seite. Eine eigene Liste für Weiterleitungen hat Shopware 6 nicht.

2. Drei Wege für eigene Weiterleitungen

  • SEO-URL in Shopware ändern

    Ein einzelnes Produkt, eine Kategorie oder eine Landingpage bekommt eine neue URL.

    Im Produkt oder in der Kategorie im Bereich SEO den SEO-Pfad ändern. Ist die 301-Einstellung aktiv, leitet Shopware die alte URL selbst um.

  • Weiterleitung im Admin per Plugin

    Einzelne alte Pfade, die Shopware nicht kennt, etwa nach einem Umbau der Kategorien oder gelöschten Seiten.

    Quell-Pfad und Ziel in einer Liste pflegen, ohne Server-Zugriff und ohne Deployment.

  • Weiterleitung im Webserver

    Hunderte Weiterleitungen nach einem Relaunch oder Regeln nach einem Muster, etwa ein ganzer alter Pfadbereich.

    Regeln in der nginx-Konfiguration oder in der .htaccess, bevor die Anfrage überhaupt bei Shopware ankommt.

Weiterleitungen im Admin

Für einzelne Pfade habe ich den kostenlosen Redirect & 404 Manager entwickelt. Er verwaltet 301- und 302-Weiterleitungen in einer Liste mit Quell-Pfad und Ziel, zählt die Treffer pro Regel und protokolliert nicht gefundene URLs. Aus jedem 404-Eintrag wird mit einem Klick eine Weiterleitung. Wichtig zu wissen: Das Plugin vergleicht exakte Pfade. Platzhalter und reguläre Ausdrücke kennt es nicht, Parameter hinter dem Fragezeichen spielen für den Vergleich keine Rolle, und Pfade für Bilder und Medien sind ausgenommen. Für Muster ist der Webserver der bessere Ort.

Weiterleitungen im Webserver

Bei vielen oder musterbasierten Weiterleitungen lege ich die Regeln im Webserver an. Sie greifen, bevor Shopware die Anfrage bearbeitet, und lassen sich zusammen mit der Server-Konfiguration versionieren. Zwei Beispiele für nginx, eine einzelne Seite und ein ganzer alter Pfadbereich:

location = /alte-seite {
    return 301 /neue-seite;
}

rewrite ^/shop/(.*)$ /$1 permanent;

Unter Apache stehen die Regeln in der public/.htaccess. Eine RewriteRule gehört dort nach RewriteEngine On und vor die Regeln von Shopware:

Redirect 301 /alte-seite /neue-seite
RewriteRule ^shop/(.*)$ /$1 [R=301,L]

Egal welcher Weg: Pflege eine Weiterleitung nur an einer Stelle. Gibt es für denselben Pfad eine Regel im Server und eine im Shop, entstehen schnell Ketten oder Schleifen.

3. 404-Fehler finden und entscheiden

Drei Quellen zeigen, welche URLs ins Leere laufen:

  • Google Search Console: Unter Seitenindexierung beim Grund „Nicht gefunden (404)“. Das sind URLs, die Google kennt, oft aus alten Links oder der früheren Sitemap.
  • Webserver-Logs: Alle Aufrufe mit Status 404, auch von Besuchern und anderen Crawlern.
  • 404-Protokoll im Shop: Mit einem Plugin wie dem Redirect & 404 Manager, sortiert nach Häufigkeit.

Nicht jede 404 ist ein Fehler. Ein Bot, der zufällige Pfade ausprobiert, braucht keine Weiterleitung. Wichtig sind URLs, die oft aufgerufen werden, von außen verlinkt sind oder früher Besucher aus der Suche gebracht haben.

Produkte, die aus dem Sortiment fallen

Hier entscheide ich je nach Fall. Gibt es ein Nachfolgeprodukt, leite ich die alte URL per 301 dorthin. Gibt es keinen Nachfolger, aber eine passende Kategorie, geht die Weiterleitung dorthin. Gibt es weder das eine noch das andere, bleibt es bewusst bei der 404. Eine Weiterleitung auf eine Seite, die mit dem alten Produkt nichts zu tun hat, hilft weder Besuchern noch Google.

Die 404-Seite selbst

Unter Einstellungen → Grundeinstellungen legst du bei „Shopseiten-Layout für 404-Seiten“ eine eigene Erlebniswelt fest. Eine gute 404-Seite hat eine Suche, Links zu den wichtigsten Kategorien und einen kurzen Satz, dass die Seite nicht mehr existiert.

4. Vor einem Relaunch: die Redirect-Liste

Der teuerste Moment für fehlende Weiterleitungen ist ein Relaunch oder eine Migration. Bevor ein neuer Shop live geht, erstelle ich deshalb eine Liste aller alten URLs und ordne jeder ein Ziel im neuen Shop zu. So gehe ich vor:

  1. Alte URLs sammeln: aus der Sitemap des alten Shops, aus der Search Console mit den Seiten, die Klicks und Impressionen haben, und aus Backlink-Daten.
  2. Jeder alten URL ein Ziel zuordnen: das gleiche Produkt, die passende Kategorie oder bewusst keine Weiterleitung.
  3. Die Regeln je nach Menge im Webserver oder per Plugin anlegen.
  4. Vor dem Go-live auf dem Staging-System die Liste durchtesten, nach dem Go-live die Search Console auf neue 404-Fehler beobachten.

Was beim Umzug von Shopware 5 noch dazugehört, steht im Artikel zur Migration von Shopware 5 auf 6.

5. Vier häufige Fehler

  • Ketten

    A leitet auf B, B auf C. Jede Stufe kostet Zeit, und Google folgt nicht beliebig vielen. Leite alte URLs immer direkt auf das endgültige Ziel.

  • Schleifen

    A leitet auf B und B zurück auf A. Der Browser bricht ab, die Seite ist nicht erreichbar. Passiert schnell, wenn Shop und Server beide Regeln für denselben Pfad haben.

  • 302 statt 301

    302 bedeutet vorübergehend. Für dauerhafte Umzüge gehört 301 dazu, sonst bleibt für Google unklar, welche URL gilt.

  • Alles auf die Startseite

    Leiten viele alte URLs ohne inhaltlichen Bezug auf die Startseite, kann Google das laut seiner Doku zum Website-Umzug als Soft-404 werten, also wie eine nicht gefundene Seite. Besser ist ein passendes Ziel oder eine ehrliche 404.

Wie Google Weiterleitungen behandelt, beschreibt die Doku von Google Search Central, worauf es bei einem Umzug ankommt, der Leitfaden zum Website-Umzug.

6. Kurz geprüft: so testest du eine Weiterleitung

Am schnellsten geht es in der Kommandozeile. Der Befehl zeigt den Status und das Ziel, ohne der Weiterleitung zu folgen:

curl -sI https://www.dein-shop.de/alte-seite | grep -iE "^(HTTP|location)"
  1. Die Antwort muss 301 lauten, nicht 302 und nicht 200.
  2. Das Ziel unter location muss die endgültige URL sein, ohne weitere Weiterleitung.
  3. Das Ziel selbst muss mit 200 antworten.

Weiterleitungen sind ein Teil der technischen SEO in Shopware. Den Überblick über SEO, Performance und Checkout gibt der Leitfaden Shopware 6 optimieren.

7. Häufige Fragen zu Weiterleitungen in Shopware

Leitet Shopware 6 alte URLs automatisch weiter?

Wenn sich die URL eines Produkts, einer Kategorie oder einer Landingpage in Shopware ändert, ja, vorausgesetzt die Einstellung „Statt canonical URLs zu verwenden, per HTTP 301 auf die aktuellste URL umleiten“ unter Einstellungen → Inhalte → SEO ist aktiv. Für URLs, die Shopware nie kannte, etwa aus einem alten Shop, gibt es keine automatische Weiterleitung.

Wo lege ich in Shopware 6 eine 301-Weiterleitung an?

Eine eigene Verwaltung für Weiterleitungen hat Shopware nicht. Du änderst entweder die SEO-URL direkt am Produkt oder an der Kategorie, nutzt ein Plugin für eine Weiterleitungsliste im Admin oder legst die Regeln im Webserver an.

Wie finde ich 404-Fehler in meinem Shop?

In der Google Search Console unter Seitenindexierung beim Grund „Nicht gefunden (404)“, in den Logs des Webservers oder mit einem Plugin, das nicht gefundene URLs protokolliert. Am wichtigsten sind die URLs, die oft aufgerufen werden oder von außen verlinkt sind.

Kann ich die 404-Seite in Shopware anpassen?

Ja. Unter Einstellungen → Grundeinstellungen legst du bei „Shopseiten-Layout für 404-Seiten“ eine Erlebniswelt fest. Darauf gehören eine Suche und Links zu den wichtigsten Kategorien.

Stand: Shopware 6.7.15. Die Optionsnamen entsprechen der deutschen Administration. Offenlegung: Der Redirect & 404 Manager ist mein eigenes, kostenloses Plugin im Shopware Store.

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