Shopware 6.7 Update: Wenn Plugins nicht kompatibel sind
Der Updater meldet „Nicht kompatibel“, und plötzlich hängt das ganze Update an einem FAQ-Plugin oder einer Zahlungsart. Beim Wechsel auf Shopware 6.7 passiert das häufiger als bei früheren Updates. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist, wie du inkompatible Plugins vor dem Update findest, welche vier Wege es dann gibt und warum das Theme genauso wichtig ist wie die Plugins.
Kurz gesagt
Vor dem Update jedes Plugin im Updater, im Store oder im Shopware Account prüfen. Für jedes inkompatible Plugin entscheiden: auf den Hersteller warten, ersetzen, nachbauen oder entfernen. Dann auf einem Staging-System updaten und das Theme genauso testen wie die Plugins, denn der Updater prüft keine Templates.
1. Warum 6.7 so viele Plugins trifft
Shopware 6.7 ist ein Major-Update mit Änderungen an fast allen Stellen, an denen Plugins andocken. Der Update Guide für 6.7 fasst es in einem Satz zusammen: Plugins mit Admin-Komponenten benötigen separate Versionen für 6.6 und 6.7. Ein Hersteller kann also nicht einfach eine Version für beide anbieten. Die wichtigsten Änderungen aus dem Upgrade-Dokument von Shopware:
Administration
Webpack wird durch Vite ersetzt, die Vue-2-Kompatibilität entfällt, Vuex weicht Pinia, viele sw-Komponenten werden durch die Meteor-Bibliothek ersetzt.
Plugins mit eigenen Admin-Seiten brauchen laut Shopware eine eigene Version für 6.7.
Storefront
Header und Footer werden per ESI geladen, viele Templates haben für die Barrierefreiheit neues Markup, die Grundschrift steigt auf 16 px.
Themes und Plugins, die Templates erweitern, zeigen Fehler oder sehen anders aus.
Zahlungen
Die Payment-Handler sind neu aufgebaut, die alten Schnittstellen sind abgelöst.
Zahlungs-Plugins brauchen eine angepasste Version.
Datenmodell
Custom Entities über eine entities.xml im Plugin sind entfernt.
Plugins, die so eigene Daten angelegt haben, müssen umgebaut werden.
Server
Mindestens PHP 8.2 und Node.js 20, Varnish braucht das XKey-Modul, einige Redis- und Cache-Einstellungen entfallen.
Keine Plugin-Frage, aber ein häufiger Grund, warum das Update auf dem Server scheitert.
Ob ein Plugin zu einer Shopware-Version passt, legt der Hersteller in der composer.json des Plugins fest. Steht dort zum Beispiel ~6.6.0, lehnt Shopware unter 6.7 das Installieren und Aktivieren ab, auch wenn der Code vielleicht funktionieren würde. Meine eigenen Store-Plugins sind für 6.7 gebaut und verlangen Shopware 6.7.
2. Inkompatible Plugins vor dem Update finden
Laut der Shopware-Anleitung zum Aktualisieren gibt es drei Stellen, an denen du die Kompatibilität prüfst: im Shopware Store, im Shopware Account unter Lizenzen und im Updater der Administration. Den Updater findest du unter Einstellungen → System → Shopware-Update. Er zeigt bei „Erweiterungskompatibilität“ für jede aktive Erweiterung einen von drei Zuständen:
- „Bereits kompatibel“: Die installierte Version läuft auch unter 6.7.
- „Mit der neuen Shopware-Version“: Es gibt eine kompatible Version, die du nach dem Update installierst.
- „Nicht kompatibel“: Es gibt keine passende Version.
Erweiterungen, die nicht aus dem Store kommen, etwa ein Plugin, das eine Agentur für dich gebaut hat, kann der Updater oft gar nicht prüfen. Für sie bleibt nur der Blick in die composer.json und ein Test. Wird dein Shop per Composer verwaltet, zeigt composer why-not shopware/core 6.7.0.0 alle Pakete, die das Update blockieren.
Die Inventur
Vor jedem Minor- und Major-Update gehe ich alle installierten Plugins durch. Das schließt die inaktiven ein, denn die Shopware-Anleitung ist hier deutlich: Unter „Meine Erweiterungen“ dürfen keine inkompatiblen Erweiterungen auftauchen, egal ob aktiv oder nicht. Für jedes Plugin halte ich drei Dinge fest: den Status im Updater, ob die Funktion im Shop wirklich genutzt wird, und was passiert, wenn das Plugin fehlt.
3. Vier Wege, wenn ein Plugin nicht kompatibel ist
Für jedes Plugin mit „Nicht kompatibel“ braucht es eine Entscheidung, bevor das Update startet. In meinen Projekten gibt es dafür vier Wege:
Hersteller anfragen
Manchmal ist eine 6.7-Version schon in Arbeit, aber noch nicht veröffentlicht. Ich frage beim Hersteller nach einem Termin. Ist das Plugin unverzichtbar, verschiebe ich das Update lieber, als ohne die Funktion live zu gehen.
Kompatible Alternative im Store
Gibt es keine Aussicht auf ein Update, suche ich ein Plugin mit derselben Funktion, das 6.7 unterstützt. Wichtig ist dann die Frage, wie die Daten des alten Plugins übernommen werden, zum Beispiel FAQ-Einträge oder Weiterleitungen.
Selbst nachbauen
Manche Plugins lassen sich durch Bordmittel ersetzen, etwa durch Regeln im Rule Builder oder Erlebniswelten. Steckt eigene Geschäftslogik dahinter, wird daraus ein eigenes Plugin.
Ersatzlos entfernen
Bei jeder Inventur finden sich Plugins, die niemand mehr braucht: eine abgelaufene Aktion, eine Schnittstelle zu einem alten Dienst. Die entferne ich vor dem Update, statt sie mitzuschleppen. Vorher prüfen, ob noch Daten des Plugins gebraucht werden.
Bei der Auswahl einer Alternative helfen dieselben Prüfpunkte wie bei jeder Plugin-Miete: Kompatibilität, letztes Update, Hersteller und Datenfluss. Sie stehen im Shopware-Plugin-Ratgeber.
4. Das Theme nicht vergessen
Der Updater prüft, ob eine Erweiterung laut ihrer Angaben zu 6.7 passt. Ob ihre Templates noch zum neuen Markup passen, prüft er nicht. In meinen Projekten waren es beim Wechsel auf 6.7 die Theme-Templates, die angepasst werden mussten. Laut Upgrade-Dokument betrifft das vor allem diese Stellen:
- Header und Footer: Sie werden per ESI geladen und haben die neuen Einstiegs-Templates
layout/header.html.twigundlayout/footer.html.twig. Erweiterungen müssen von dort erben. Variablen wiepage.headerundpage.footergibt es nicht mehr. - Produktbox: Der zusätzliche Link um das Produktbild ist entfernt, der Produktname verlinkt jetzt die ganze Karte.
- Warenkorb und Bestellungen: Positionen sind jetzt Listen aus
<ul>und<li>statt einfacher<div>-Elemente. Eigene Positions-Templates brauchen ein<li>als Wurzel. - Paginierung: Links statt versteckter Radio-Buttons.
- Schriftgröße: Die Grundschrift steigt von 14 auf 16 px, Abstände unter Absätzen werden größer. Das Layout eines Themes kann sich dadurch sichtbar verschieben.
Ein Theme kann also im Updater als kompatibel gelten und trotzdem eine kaputte Produktliste oder einen leeren Header zeigen. Das findet nur ein Test auf dem Staging-System.
5. Das Update selbst
- Ein Staging-System mit einer aktuellen Kopie der Live-Daten aufsetzen.
- Einen Datenbank-Dump anlegen. Shopware erstellt selbst keine Backups.
- Prüfen, ob der Server die Anforderungen von 6.7 erfüllt, unter anderem PHP 8.2 oder höher und Node.js 20.
- Im Updater die empfohlene Option „Inkompatible Erweiterungen deaktivieren“ wählen. Die Option, ohne Deaktivierung zu updaten, birgt laut Shopware die Gefahr, dass das Update abbricht oder der Shop danach nicht mehr erreichbar ist.
- Nach dem Update die kompatiblen Plugin-Versionen installieren und das Theme neu kompilieren, etwa mit
bin/console theme:compile.
Wer noch auf Shopware 6.5 läuft, geht den Weg über 6.6. Was dort bis Februar 2027 passieren muss, steht im Artikel Shopware 6.5 End of Life.
6. Kurz geprüft: nach dem Update testen
- Startseite, Kategorie, Produktseite: Header, Footer, Produktboxen und Paginierung ansehen.
- Einen Artikel in den Warenkorb legen und einmal mit jeder Zahlungsart bis zum Abschluss bestellen.
- Die Administration öffnen und die Seiten aller Plugins mit eigenem Admin-Bereich aufrufen.
- Die Logs unter
var/logauf neue Fehler prüfen. - Erst danach das Update auf dem Live-System wiederholen.
Fällt nach dem Update etwas Ungewöhnliches auf, etwa unbekannte Admin-Konten oder geänderte Dateien, hilft der Artikel Shopware-Shop nach dem Security-Update prüfen.
7. Häufige Fragen zum 6.7-Update
Warum sind beim Update auf Shopware 6.7 so viele Plugins nicht kompatibel?
6.7 ist ein Major-Update. Die Administration baut mit Vite statt Webpack und nutzt nur noch Vue 3, die Storefront lädt Header und Footer per ESI, und die Zahlungsschnittstelle ist neu. Plugins mit Admin-Komponenten brauchen laut Shopware eine eigene Version für 6.7.
Wie prüfe ich, ob meine Plugins mit 6.7 kompatibel sind?
Im Shopware Store auf der Plugin-Seite, im Shopware Account unter Lizenzen oder im Updater unter Einstellungen → System → Shopware-Update. Der Updater zeigt für jede Erweiterung, ob sie bereits kompatibel ist, ob es ein kompatibles Update gibt oder ob sie nicht kompatibel ist.
Was passiert mit inkompatiblen Plugins beim Update?
Mit der empfohlenen Einstellung „Inkompatible Erweiterungen deaktivieren“ schaltet der Updater sie vor dem Update ab. Die Daten bleiben erhalten, die Funktion fehlt aber im Shop, bis es eine kompatible Version gibt.
Ist mein Theme auch betroffen?
Sehr wahrscheinlich, wenn es Templates überschreibt. Der Updater prüft nur, ob eine Erweiterung laut ihrer Angaben zu 6.7 passt, nicht ob ihre Templates noch zum neuen Markup passen. Das zeigt nur ein Test auf dem Staging-System.
Stand: Shopware 6.7.15. Grundlage sind der Update Guide 6.7, die Shopware-Anleitung zum Aktualisieren und das Upgrade-Dokument im Shopware-Repository. Offenlegung: Ich entwickle selbst Plugins für den Shopware Store.
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